Ein Sicherheitskonzept für eine Veranstaltung ist das schriftliche Dokument des Veranstalters, das alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Notfallabläufe beschreibt — und das Sie vor Beginn mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt abstimmen müssen. Wer das übersieht, riskiert nicht nur Nachbesserungspflichten, sondern im Ernstfall auch persönliche Haftung.
Drei Schritte, die Sie jetzt angehen:
- Verantwortliche benennen: Legen Sie schriftlich fest, wer Veranstaltungsleiter ist und wer im Krisenfall entscheidet.
- Veranstaltungsbeschreibung fertigstellen: Besucherzahl, Örtlichkeit, Programm, Infrastruktur — alles, was Behörden für die Erstprüfung brauchen.
- Fristen mit der zuständigen Behörde klären: In einigen Kommunen empfiehlt man, das Sicherheitskonzept mehrere Wochen vor dem Veranstaltungstag einzureichen; das Einvernehmen sollte rechtzeitig vorliegen.
Die maßgeblichen Grundlagen liefern die AGBF-Fachempfehlung zu Sicherheitskonzepten bei Veranstaltungen (Stand März 2026) sowie kommunale Leitfäden und Musterkonzepte, auf die dieser Leitfaden durchgehend verweist.
Wichtige Erkenntnisse
Ein vollständiges, behördlich abgestimmtes Sicherheitskonzept ist die rechtliche und operative Grundlage jeder Veranstaltung mit erhöhtem Gefährdungspotenzial in Deutschland.
| Thema | Details |
|---|---|
| Verantwortung liegt beim Veranstalter | Die Verkehrssicherungspflicht bleibt auch bei Beauftragung externer Dienstleister beim Veranstalter. |
| Fristen frühzeitig klären | In einigen Kommunen gilt eine Einreichfrist von bis zu acht Wochen; das Einvernehmen sollte spätestens eine Woche vor der Veranstaltung vorliegen. |
| Gefährdungsanalyse ist Pflicht | Jede Maßnahme muss aus einer veranstaltungsspezifischen Risikobewertung abgeleitet sein. |
| Dienstleister einbeziehen | Alle Serviceteams müssen die relevanten Sicherheitsabläufe kennen und gebrieft werden. |
| Nachbereitung nicht überspringen | Ein Lessons-Learned-Protokoll nach jeder Veranstaltung verbessert das nächste Konzept und schützt bei Haftungsfragen. |
Inhaltsverzeichnis
- Wer trägt die rechtliche Verantwortung bei einer Veranstaltung?
- Wann braucht eine Veranstaltung ein Sicherheitskonzept?
- Was muss in ein Sicherheitskonzept? Muster-Inhaltsverzeichnis
- Wie führen Sie eine Gefährdungsanalyse durch?
- Welche konkreten Maßnahmen gehören ins Konzept?
- Wie planen Sie Notfallabläufe und Krisenkommunikation?
- Wie stimmen Sie das Konzept mit Behörden ab?
- Wer darf ein Sicherheitskonzept erstellen?
- Muster-Checkliste und Kurzbeispiel für Ihr Sicherheitskonzept
- Wie kontrollieren Sie die Wirksamkeit vor, während und nach der Veranstaltung?
- Wie integrieren Sie das Sicherheitskonzept in die operative Eventplanung?
- Quellen
Wer trägt die rechtliche Verantwortung bei einer Veranstaltung?
Der Veranstalter ist in aller Regel derjenige, der das Sicherheitskonzept erstellt und verantwortet. Das ergibt sich aus der zivilrechtlichen Verkehrssicherungspflicht: Wer eine Veranstaltung öffnet, muss dafür sorgen, dass Besucher keinen vermeidbaren Schaden nehmen. Diese Pflicht lässt sich nicht einfach auf einen Dienstleister übertragen.
Betreiber einer festen Veranstaltungsstätte tragen eigene Pflichten, etwa für die bauliche Sicherheit des Gebäudes, die Flucht- und Rettungswege oder die Haustechnik. Veranstalter und Betreiber müssen deshalb frühzeitig klären, wer welchen Teil des Sicherheitsmanagements übernimmt. Fehlt diese Abgrenzung, entstehen Lücken, die im Schadensfall teuer werden.
Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt prüfen das Konzept und erteilen das behördliche Einvernehmen. Sie sind keine Mitersteller des Dokuments, sondern Prüfinstanzen. Brandschutzverantwortlichkeiten zwischen Veranstalter und Betreiber sollten schriftlich geregelt sein, weil genau hier in der Praxis häufig Umsetzungsprobleme entstehen.
Was nicht ins Sicherheitskonzept gehört: Der allgemeine Arbeitsschutz für das eigene Personal ist ein separater Prozess nach dem Arbeitsschutzgesetz und wird nicht im Sicherheitskonzept abgehandelt. Gleiches gilt für rein gewerberechtliche Genehmigungen oder Lärmschutzauflagen, die eigene Verfahren haben.
Profi-Tipp: Erstellen Sie das Organigramm mit Verantwortlichkeiten bereits in der ersten Planungsphase. Behörden sehen sofort, ob ein Konzept durchdacht ist oder erst kurz vor Abgabe zusammengestellt wurde.
Wann braucht eine Veranstaltung ein Sicherheitskonzept?
Nicht jedes Dorffest und nicht jede Firmenfeier braucht ein vollständiges Sicherheitskonzept. Entscheidend ist das Gefährdungspotenzial, das sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Der Orientierungsrahmen des Innenministeriums NRW beschreibt dafür die sogenannte Veranstaltungsampel.
Die Veranstaltungsampel: Grün, Gelb, Rot
- Grün: Geringe Besucherzahl, bekannte Örtlichkeit, kein erhöhtes Konfliktpotenzial, keine besonderen Infrastrukturanforderungen. Eine einfache Veranstaltungsbeschreibung reicht aus.
- Gelb: Mittleres Gefährdungspotenzial, zum Beispiel durch größere Besucherzahlen, Alkoholausschank, Nachtveranstaltung oder eingeschränkte Infrastruktur. Erweiterte Veranstaltungsbeschreibung oder vereinfachtes Sicherheitskonzept erforderlich.
- Rot: Hohes Gefährdungspotenzial durch Massenveranstaltung, öffentlichen Raum, Gewaltpotenzial, komplexe Infrastruktur oder Kombination mehrerer Risikofaktoren. Vollständiges Sicherheitskonzept mit Gefährdungsanalyse, Notfallplanung und behördlichem Einvernehmen zwingend.
Kriterien, die das Gefährdungspotenzial erhöhen:
- Besucherzahl ab ca. 1.000 Personen (je nach Kommune auch früher)
- Veranstaltung im öffentlichen Raum oder auf nicht genehmigter Fläche
- Alkoholausschank, Pyrotechnik, Bühnen- oder Zeltaufbauten
- Veranstaltungstyp mit erfahrungsgemäß erhöhtem Konfliktpotenzial
- Eingeschränkte Erreichbarkeit für Rettungskräfte
- Abhängigkeit von ÖPNV oder besondere An- und Abströmungsszenarien
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Veranstaltung in die gelbe oder rote Kategorie fällt, sprechen Sie das Ordnungsamt frühzeitig an. Die meisten Behörden wollen Zusammenarbeit, keine Veranstaltungsverhinderung. Frühe Abstimmung mit dem Veranstaltungsbüro der Kommune reduziert Zeitdruck und Nachbesserungen erheblich.
Für wiederkehrende Veranstaltungen am selben Ort gibt es die Möglichkeit eines Rahmensicherheitskonzepts: einmal mit Behörden abgestimmt, genügt für jede Folgeauflage meist eine kurze veranstaltungsspezifische Ergänzung.
Was muss in ein Sicherheitskonzept? Muster-Inhaltsverzeichnis
Das Mustersicherheitskonzept der Stadt Duisburg (Stand Januar 2026) listet die Kernbestandteile, die Behörden bundesweit erwarten. Die folgende Struktur können Sie direkt als Vorlage übernehmen.
Deckblatt und Versionierung
Veranstaltungsname, Datum, Ort, Version und Datum der letzten Änderung. Behörden prüfen anhand der Versionsnummer, ob Sie nach Rückmeldungen nachgebessert haben.
Kapitel 1: Verantwortlichkeiten und Organigramm
- Name und Kontakt des Veranstalters
- Name und Kontakt des Veranstaltungsleiters (vor Ort verantwortlich)
- Organigramm mit allen Funktionsträgern (Ordnungsdienstleiter, Sanitätsdienst, Technischer Leiter, Pressesprecher)
- Kommunikationsliste mit Mobilnummern aller Schlüsselpersonen
Kapitel 2: Veranstaltungsbeschreibung
Art der Veranstaltung, Programm, Besucherzahl (erwartet/maximal), Öffnungszeiten, Örtlichkeit mit Lageplan, Infrastruktur (Bühnen, Zelte, Sanitäranlagen, Parkplätze).
Kapitel 3: Gefährdungsanalyse und Risikobewertung
Systematische Erfassung aller relevanten Gefährdungen, Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe, Ableitung von Maßnahmen. Dieser Abschnitt ist das Herzstück des Konzepts.
Kapitel 4: Maßnahmen
Unterteilt nach baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen. Brandschutz, Sanitätsdienst, Ordnungsdienst, Einlasssteuerung und Personenlenkung gehören hier rein.
Kapitel 5: Notfallplanung und Handlungsabläufe
Szenarien mit Schwellenwerten, Entscheidungskompetenzen, Kommunikationswege, Räumungsplan.
Kapitel 6: Anlagen
- Lageplan mit Flucht- und Rettungswegen (maßstabsgetreu)
- Organigramm als separate Grafik
- Kommunikationsliste (auch als Aushang für Ordner)
- Sanitätsdienst-Einsatzplan
- Genehmigungen und Behördenschreiben
Profi-Tipp: Reichen Sie das Konzept als bearbeitbares Word-Dokument bei der Behörde ein, damit Prüfer Kommentare direkt einfügen können. Für die interne Nutzung und Veröffentlichung erstellen Sie eine PDF-Version.
Wie führen Sie eine Gefährdungsanalyse durch?
Die Gefährdungsanalyse ist keine Formalität. Sie ist die Grundlage, aus der alle Maßnahmen abgeleitet werden, und Behörden prüfen sie auf Plausibilität und Vollständigkeit. Leitfäden wie der des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt betonen, dass die Risikobeurteilung verständlich und veranstaltungsspezifisch sein muss.
Schritt 1: Gefährdungen inventarisieren
Gehen Sie die Veranstaltung gedanklich durch und listen Sie alle denkbaren Gefährdungen auf. Typische Szenarien:
- Überbelegung und Gedränge
- Feuer und Brandausbreitung
- Extremwetter (Sturm, Gewitter, Hitze)
- Gewaltereignisse oder Konflikte unter Besuchern
- Technisches Versagen (Strom, Bühnentechnik)
- Medizinische Notfälle (Herzstillstand, Massenohnmacht)
Schritt 2: Bewertung nach Risikomatrix
Bewerten Sie jede Gefährdung nach zwei Dimensionen: Eintrittswahrscheinlichkeit (gering/mittel/hoch) und Schadenshöhe (gering/mittel/hoch/katastrophal). Das Produkt beider Werte ergibt die Priorität.

| Gefährdung | Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenshöhe | Priorität | Maßnahme |
|---|---|---|---|---|
| Überbelegung | Mittel | Hoch | Hoch | Einlassstopp, Zählsystem |
| Brand (Zelt/Bühne) | Gering | Katastrophal | Hoch | B1-Materialien, Feuerlöscher, Brandwache |
| Sturm/Unwetter | Mittel | Hoch | Hoch | Wetterwarnplan, Abbruchkriterien |
| Medizinischer Notfall | Hoch | Mittel | Mittel | Sanitätsdienst, AED-Standorte |
| Stromausfall | Gering | Mittel | Gering | Notstromversorgung, Notbeleuchtung |
Schritt 3: Maßnahmen ableiten und zuweisen
Jede Gefährdung mit hoher Priorität braucht eine konkrete Maßnahme, einen Verantwortlichen und einen Auslöser (ab wann wird die Maßnahme aktiviert). Ohne diese Zuordnung bleibt die Analyse ein Papiertiger.
Welche konkreten Maßnahmen gehören ins Konzept?
Maßnahmen lassen sich in drei Kategorien einteilen. Alle drei müssen im Konzept abgebildet sein, weil Behörden das Zusammenspiel prüfen.
Bauliche Maßnahmen
- Absperrungen und Zugangskontrollpunkte mit ausreichender Durchlasskapazität
- Flucht- und Rettungswege freihalten (Mindestbreiten nach Versammlungsstättenverordnung)
- Bühnen- und Zeltaufbauten nach statischen Vorgaben und mit Abnahme
- Brandschutzabstände einhalten, brennbare Materialien durch B1-Materialien nach DIN 4102 ersetzen
Technische Maßnahmen
- Notbeleuchtung mit Sicherheitsstromversorgung (Batteriegepuffert oder Notstromaggregat)
- Notbeschallung für Durchsagen im Ernstfall
- Blitzschutz bei Freiluftveranstaltungen prüfen
- Videoüberwachung nur nach Datenschutzprüfung und mit Hinweisschildern
Organisatorische Maßnahmen
Einlasssteuerung und Personenlenkung sind oft unterschätzt. Ein Zählsystem am Eingang verhindert Überbelegung. Ordner lenken Besucherströme aktiv, nicht nur reaktiv.
Sanitätsdienst: Die Mindeststärke richtet sich nach Besucherzahl, Veranstaltungstyp und Risikobewertung. Als Orientierung gilt: Ab 1.000 Besuchern mindestens ein Sanitätsteam mit Rettungssanitäter, bei höherem Risiko oder größeren Zahlen entsprechend mehr. Standorte und Erreichbarkeit müssen im Lageplan eingezeichnet sein.
Sicherheits- und Ordnungsdienst: Aufgabenprofile schriftlich festlegen (Einlasskontrolle, Streife, Kommunikation mit Veranstaltungsleiter). Qualifikationsnachweise aufbewahren. Auch wenn Sie einen externen Sicherheitsdienst beauftragen, bleibt die Verkehrssicherungspflicht beim Veranstalter. Sie müssen aktiv kontrollieren, dass die vereinbarten Leistungen erbracht werden.
Profi-Tipp: Reichen Sie keine unveränderte Standardvorlage ein. Behörden erkennen fehlende Örtlichkeitsbezüge sofort und fordern Nachbesserungen. Das kostet Zeit, die Sie kurz vor der Veranstaltung nicht haben.
Wie planen Sie Notfallabläufe und Krisenkommunikation?
Notfallplanung bedeutet: Bevor etwas passiert, weiß jeder, was er tut. Der Leitfaden der Stadt Krefeld empfiehlt ein Baukastensystem mit klar definierten Krisenteams und Kommunikationsplänen.
Szenarien und Schwellenwerte
Legen Sie für jedes Hauptszenario fest, ab wann welche Reaktion ausgelöst wird:
- Überbelegung: Einlassstopp ab Erreichen der Maximalkapazität; Veranstaltungsleiter entscheidet.
- Feuer: Sofortige Alarmierung Feuerwehr, Räumung des betroffenen Bereichs, Abbruch bei unkontrollierter Ausbreitung.
- Gewaltereignis: Polizei alarmieren, betroffenen Bereich sperren, Beschallung für Besucherlenkung nutzen.
- Extremwetter: Wetterwarnplan mit definierten Windstärken als Abbruchkriterium; Veranstaltungsleiter entscheidet nach Rücksprache mit Technik.
Entscheidungskompetenzen
Der Veranstaltungsleiter entscheidet über Unterbrechung und Abbruch. Diese Kompetenz muss im Organigramm stehen und allen Funktionsträgern bekannt sein. Kein Ordner und kein Techniker sollte im Ernstfall rätseln, wen er anruft.
Krisenkommunikation
- Intern: Funkgeräte oder dedizierte Mobilnummern für alle Funktionsträger; Kommunikationsliste als Aushang an jedem Posten.
- Extern: Beschallung für Besucherdurchsagen; Social-Media-Kanal für öffentliche Kommunikation; Pressesprecher benennen.
- Behörden: Polizei und Feuerwehr informieren, sobald ein Szenario eskaliert; keine Eigeninformation der Presse vor Abstimmung mit Behörden.
Sofortmaßnahmen bei Räumung:
- Rettungswege sofort freimachen und durch Ordner sichern
- Beschallung aktivieren mit ruhiger, klarer Durchsage
- Sanitätsdienst in Bereitschaft versetzen
- Veranstaltungsleiter informiert Polizei/Feuerwehr über Lagestatus
- Dokumentation aller Maßnahmen mit Uhrzeit beginnen
Wie stimmen Sie das Konzept mit Behörden ab?
Das Sicherheitskonzept ist kein Dokument, das Sie einreichen und dann warten. Es ist ein Arbeitsdokument, das in einem strukturierten Verfahren mit den zuständigen Stellen abgestimmt wird. Die AGBF-Fachempfehlung (Stand März 2026) betont, dass Behörden vor allem Plausibilität und Vollständigkeit prüfen, nicht jede Detailfrage.
Typischer Verfahrensablauf
| Schritt | Inhalt | Empfohlener Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Erstvorstellung | Kurzpräsentation der Veranstaltung beim Ordnungsamt | 12–16 Wochen vor Veranstaltung |
| Konzeptentwurf einreichen | Vollständiger Entwurf inkl. Pläne | Mehrere Wochen vor Veranstaltung |
| Behördliche Rückmeldung | Rückfragen, Auflagen, Nachbesserungsbedarf | 4–6 Wochen vor Veranstaltung |
| Begehung | Gemeinsame Ortsbegehung mit Feuerwehr/Ordnungsamt | 2–4 Wochen vor Veranstaltung |
| Einvernehmen | Abgestimmtes Konzept liegt vor | Spätestens 1 Woche vor Veranstaltung |
In einigen Kommunen, darunter Hannover, gilt die Empfehlung, aussagekräftige Entwürfe mit allen Plänen bis zu acht Wochen vor der Veranstaltung einzureichen. Das abgestimmte Konzept sollte nach der Fachempfehlung der AGBF (München) spätestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn vorliegen.
Checkliste für die Einreichung
- Deckblatt mit Versionsnummer und Datum
- Lageplan maßstabsgetreu (mindestens 1:500)
- Flucht- und Rettungswegeplan als separate Anlage
- Organigramm mit Kontaktdaten
- Sanitätsdienst-Einsatzplan
- Nachweise über Qualifikationen des Ordnungsdienstes
- Genehmigungen für Sonderbauten (Bühne, Zelt)
Wer darf ein Sicherheitskonzept erstellen?
Grundsätzlich kann der Veranstalter das Konzept selbst erstellen. Für komplexe Veranstaltungen mit hohem Gefährdungspotenzial empfiehlt sich die Beauftragung externer Fachplaner. Wichtig: Die Verantwortung und Haftung bleiben beim Veranstalter, auch wenn ein Externer das Dokument verfasst.
Wann externe Fachplaner sinnvoll sind
- Großveranstaltungen ab ca. 5.000 Besuchern
- Erstmalige Nutzung einer Örtlichkeit ohne Erfahrungswerte
- Komplexe Infrastruktur (mehrere Bühnen, Zelte, Pyrotechnik)
- Behörde fordert Nachweis fachkundiger Erstellung
Qualifikationskriterien für externe Planer
- Nachweisbare Erfahrung mit vergleichbaren Veranstaltungen (Referenzliste)
- Kenntnisse der vfdb-Richtlinien, DIN 77200 und AGBF-Fachempfehlungen
- Kenntnisse der Brandschutzbestimmungen und der Versammlungsstättenverordnung des jeweiligen Bundeslandes
- Keine Interessenkonflikte (z. B. gleichzeitig Ordnungsdienstleister für dieselbe Veranstaltung)
- Bereitschaft zur Teilnahme an Begehungen und Behördengesprächen
Checkliste für die Vergabe
- Leistungsbeschreibung schriftlich fixieren: Was liefert der Planer? (Konzept, Pläne, Gefährdungsanalyse, Organigramm)
- Fristen für Entwurf und Endversion vertraglich festlegen
- Einweisungen und Briefings des Personals als Leistungsbestandteil aufnehmen
- Klären, wer bei Nachbesserungen durch Behörden zuständig ist
- Qualifikationsnachweise vor Auftragserteilung einholen
Muster-Checkliste und Kurzbeispiel für Ihr Sicherheitskonzept
Das folgende Kurzbeispiel zeigt die Mindestfelder, die jedes Konzept enthalten muss. Ersetzen Sie die kursiven Platzhalter durch Ihre konkreten Angaben.
Sicherheitskonzept Veranstaltung: [Name der Veranstaltung] Datum: [TT.MM.JJJJ] Ort: [Adresse und Örtlichkeit] Version: 1.0 / Stand: [Datum]
Verantwortliche
Kurzgefahrenermittlung Erwartete Besucherzahl: [Zahl] Hauptgefährdungen: [z. B. Überbelegung, Unwetter, Brand] Prioritäre Maßnahmen: [z. B. Einlassstopp bei X Personen, Abbruchkriterium Windstärke Y]
Kernmaßnahmen Sanitätsdienst: [Stärke, Standort] Ordnungsdienst: [Stärke, Aufgaben] Brandschutz: [B1-Materialien, Feuerlöscher-Standorte, Brandwache] Flucht- und Rettungswege: [Anzahl, Breite, Lageplan als Anlage]
Anlagen: Lageplan, Flucht- und Rettungswegeplan, Organigramm, Sanitätseinsatzplan
Checkliste für den Veranstaltungstag
- Vorbegehung abgeschlossen und dokumentiert (Uhrzeit, Teilnehmer)
- Alle Flucht- und Rettungswege frei und gekennzeichnet
- Sanitätsdienst eingetroffen und einsatzbereit
- Ordnungsdienst eingewiesen und Kommunikationsliste ausgeteilt
- Notbeschallung getestet
- Feuerlöscher an allen vorgesehenen Standorten vorhanden
- Veranstaltungsleiter hat alle Funktionsträger persönlich kontaktiert
Format-Empfehlung: Word für die Behördenbearbeitung, PDF für interne Nutzung und Veröffentlichung. Versionsnummer und Datum bei jeder Änderung aktualisieren.
Wie kontrollieren Sie die Wirksamkeit vor, während und nach der Veranstaltung?
Ein gutes Konzept auf Papier nützt wenig, wenn niemand prüft, ob es umgesetzt wird. Kurze, wiederholte Briefings am Veranstaltungstag sind oft entscheidender als ein perfektes Dokument.
Vor der Veranstaltung: Begehung
- Flucht- und Rettungswege: frei, gekennzeichnet, Mindestbreiten eingehalten?
- Brandschutz: Feuerlöscher vorhanden, B1-Materialien verbaut, Brandwache eingeteilt?
- Sanitätsflächen: zugänglich für Rettungsfahrzeuge, AED vorhanden?
- Strom: Notstromversorgung getestet, Notbeleuchtung funktionsfähig?
- Ordnungsdienst: vollständig, eingewiesen, Kommunikationsmittel ausgeteilt?
Während der Veranstaltung: Kontrollgänge
Legen Sie feste Intervalle für Kontrollgänge fest (z. B. stündlich). Abweichungen vom Konzept sofort dokumentieren: Was wurde festgestellt, wer hat reagiert, welche Sofortmaßnahme wurde eingeleitet? Diese Dokumentation schützt Sie im Nachgang.
Nachbereitung: Lessons Learned
Nach jeder Veranstaltung gehört ein kurzes Nachbereitungsprotokoll dazu:
- Wesentliche Vorkommnisse: Was ist passiert, was nicht?
- Abweichungen vom Konzept: Wo hat die Planung nicht gestimmt?
- Verantwortlichkeiten für Korrekturen: Wer behebt welchen Mangel bis wann?
- Weitergabe an Behörden: Falls Vorfälle meldepflichtig waren, Dokumentation einreichen.
Dieses Protokoll ist die Grundlage für das nächste Konzept. Wer es überspringt, macht beim nächsten Mal dieselben Fehler.
Wie integrieren Sie das Sicherheitskonzept in die operative Eventplanung?
Sicherheitsplanung und operative Eventplanung laufen in der Praxis oft in getrennten Spuren. Das ist ein Fehler, der sich am Veranstaltungstag rächt.
Bei Frankies-Eventservice erleben wir das regelmäßig: Ein Veranstalter hat das Sicherheitskonzept fertig, aber der Getränkeservice weiß nichts von den Sperrflächen rund um die Bühne. Solche Konflikte entstehen, weil Dienstleister nicht in die Sicherheitsplanung einbezogen werden.

Konkret bedeutet das: Alle Dienstleister, die Flächen belegen oder Personal stellen, müssen die relevanten Teile des Sicherheitskonzepts kennen. Welche Bereiche sind gesperrt? Wo sind Rettungswege? Was passiert bei Abbruch? Für den Getränkeservice bei Schützenfesten oder Hochzeiten im Sauerland heißt das konkret: Aufbauplan mit dem Lageplan abgleichen, Servicepersonal über Notfallabläufe briefen, Kommunikationsliste aushändigen.
Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Brandschutz bei mobilen Aufbauten. Eine mobile Cocktailbar mit Gasanschluss oder elektrischen Geräten braucht einen eigenen Brandschutzcheck, der ins Gesamtkonzept integriert ist. Das ist kein bürokratischer Aufwand, sondern Schutz für alle Beteiligten.
Wenn Sie Unterstützung bei der Abstimmung zwischen Sicherheitsplanung und Dienstleisterkoordination suchen, hilft Ihnen das Team von Frankies-Eventservice gerne weiter.

Veranstaltung im Sauerland geplant? Frankies-Eventservice koordiniert nicht nur Getränkeservice und mobile Cocktailbar, sondern stimmt Aufbau, Flächen und Personalplanung von Anfang an mit Ihrem Sicherheitskonzept ab. So vermeiden Sie Konflikte zwischen Dienstleistern und Behördenvorgaben. Sprechen Sie uns an: Frankies-Eventservice kontaktieren.
Quellen
Alle folgenden Dokumente sind öffentlich zugänglich und kostenlos herunterladbar.
AGBF-Fachempfehlung „Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen“ (Stand März 2026) Der bundesweit maßgebliche Rahmen, herausgegeben vom Fachausschuss Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz. Definiert Mindestinhalte, Ziele und das Verfahren zur Herstellung des behördlichen Einvernehmens. Pflichtlektüre für jeden Veranstalter. Zur AGBF-Fachempfehlung
Mustersicherheitskonzept Stadt Duisburg (Stand Januar 2026) Liefert ein vollständiges Muster-Inhaltsverzeichnis mit allen Anlagen. Gut geeignet als Startvorlage für eigene Konzepte. Zum Muster Duisburg
Orientierungsrahmen IM NRW „Sicherheit von Veranstaltungen im Freien“ Erklärt die Veranstaltungsampel und gibt Kriterien, wann ein vollständiges Konzept erforderlich ist. Besonders nützlich für die Ersteinschätzung des Gefährdungspotenzials. Zum Orientierungsrahmen NRW
Leitfaden Stadt Krefeld „Erstellung eines Sicherheitskonzeptes“ Praxisorientiert mit Baukastensystem, Kommunikationsplänen und Krisenteam-Vorgaben. Gut für die Strukturierung des Notfallkapitels. Zum Leitfaden Krefeld
Musteraufbau Sicherheitskonzept Landeshauptstadt Hannover Enthält ein standardisiertes Inhaltsgerüst und Hinweise zu Fristen im Genehmigungsverfahren. Nützlich für die Zeitplanung der Einreichung. Zum Muster Hannover
Leitfaden HLFS Hessen „Sicherheit bei Großveranstaltungen“ Empfiehlt Risikomanagement mit Gefährdungsbeurteilung, Szenarien und Handlungsabläufen sowie Checklisten für Räumung und Krisenkommunikation. Besonders relevant für Veranstaltungen mit hoher Besucherzahl. Zum Leitfaden HLFS Hessen
Brandschutz-Merkblatt Feuerwehr Hamburg Nennt konkrete Mindestanforderungen zu Materialklassen (B1 nach DIN 4102) und Ausgangsbreiten. Unverzichtbar für das Brandschutzkapitel. Zum Merkblatt Hamburg
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anwalt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte Rechtsfachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.
- AGBF FA VB/G - Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen (Stand März 2026)
- Mustersicherheitskonzept (Stadt Duisburg, Stand 28.01.2026, PDF)
- Orientierungsrahmen: Sicherheit von Veranstaltungen im Freien mit erhöhtem Gefährdungspotenzial (IM NRW, PDF)
- Leitfaden zur Erstellung eines Sicherheitskonzeptes (Stadt Krefeld, PDF)
- Musteraufbau Sicherheitskonzept (Landeshauptstadt Hannover, PDF)
